Montag, 27. Juli 2009
Samstag, 25. Juli 2009
Ich warte, das ist hier Teil meiner Arbeit oder dessen, was man hier Arbeit nennt. Wenn ich jetzt erwaehne, dass ich ein journalistisches Praktikum bei einem Radiosender mache, sollte sich der normale Menschenverstand einschalten und fragen, wie das sein kann- Langeweile in der Newsbranche? Die Antwort: Pressefreiheit existiert hier nicht. Sie berichten ueber Scheidungen wegen Flatulenz des Ehemannes, Themen wie Rassismus und Diskriminierung zum Beispiel gegen Homosexualitaet werden totgeschwiegen. Es wird einfach behauptet, dass es das nicht gibt. Sowieso gibt es hier keine Kriminalitaet, das sagen die Menschen ausnahmslos wenn man sie nach ihrer Mentalitaet fragt. Ich sehe das anders, denn ich bin dank meiner Hautfarbe Teil einer Minderheit in diesem Land und bekomme die Engstirnigkeit der Menschen beinahe jeden Tag zu spueren. Die Engstirnigkeit hat sich in die Gehirne der Menschen gebrannt, weil der weisse Mann den Eingeborenen ihr Gold geklaut hat- damals im 17. Jahrhundert. Kann man das den Menschen uebel nehmen?
Fragt man die Menschen hier, nach besagter Mentalitaet, hoert man stets das Gleiche: "Ghanesen sind freundlich, hilfsbereit und friedlich." Sie sind besonders stolz auf ihre Gastfreundschaft. Nur Paul, mein bester Freund hier, ist ehrlich. "Ghanesen sind unglaublich faul und groesstenteils unfreundlich wie die Nacht." Auch hier gibt es Ausnahmen, das ist klar und natuerlich stimmt es, sie sind zu jeder Hilfe bereit. Gleichzeitig aber erwarten sie (da sie jede weisse Person fuer stinkreich halten) auch eine Gegenleistung, wenn sie wissen das du nicht am Hungertuch nagst. Da wird Geld natuerlich gern gesehen. Willst du deinen Charakter ruinieren, dann begib dich fuer laengere Zeit in dieses Land und aus deinem gesunden Misstrauen wird hier schnell was ich als Korruption und Falschheit empfinde. Wer in diesem Land nicht arm ist und aus Stolz nicht nach Geld fragt oder zu faul ist, sich bezahlte Arbeit (ungleich der normalen Untaetigkeit) zu suchen, der hortet seinen Reichtum. Aber geteilt wird in diesem Fall nicht.
Mein Eindruck: Dazu holen sie die Weissen hier her, die Freiwilligenarbeit verrichten oder andere Hilfsprojekte unterstuetzen. Das ist ihre Art um die Korruption zu verdecken und die Weissen, die koennen arbeiten und raeumen fuer die Zeit, in der sie da sind auch mal ordentlich auf. Oder auch nicht. Kommt halt drauf an.
Freundschaften zwischen Ghanesen scheinen auf den ersten Blick erstrangig zu sein, aber auf den zweiten Blick existiert das Wort nicht einmal, schliesslich hat doch jeder erst einmal fuer sich zu sorgen.
Auch hier ist die weisse Hautfarbe wieder interessant, denn mit einer oder einem Weissen will jeder bedreundet sein oder sogar heiraten. Die Anzahl an Heiratsantraegen, die ich hier bekommen habe, ist nicht mehr zaehlbar.
Die Stadt stinkt. Sie zerbricht unter ihrer Last aus Muell, Intoleranz, Verlogenheit. Jemand erzaehlte mir, Tamale sei eine sehr saubere Stadt. Ich sehe das nicht so. Ueberall wird produziert, doch nichts recycled. Risse zieren das Fundament auf dem sie steht und ueberall scheint das Ueberreife aus dem Alten Spack ausbrechen zu wollen. Es platzt aus allen Naehten, doch nirgendwo scheint etwas Naehrendes heraus zu kommen. Nur Abfall.
Nach der Haelfte meiner Zeit hier und einer ganzen Menge Stimmungshoch- und -Tiefphasen versuche ich ein Resumee zu ziehen. Leider faellt dies nicht positiv aus, ich habe alles bedacht, durchdacht, ueberdacht, auf den Kopf gestellt, auf Herz und Nieren geprueft, verglichen und wieder umgedreht. Nach eingehender Pruefung auf alle Details stelle ich fest, dass die einmalige Chance, um aus dem heimischen Loch heraus zu kommen und etwas Neues auszuprobieren, mal etwas Spannendes zu erleben sozusagen Fruechte getragen hat. Ich weiss jetzt: There's no place like home.
Ich sehe mich nach einem Monat in einem fremden Land auf einem fremden Kontinent mit einem riesigen Brett vorm Kopf wieder.
Ich frage mich immer wieder ob ich es bin, oder die Fremden um mich herum, die verrueckt sind, denn hier laeuft eine ganze Menge schief.
Das Land ist so unerklaerlich korrupt und doch hat es seine positiven Eigenschaften, so wie alles eine Kehrseite hat.
Ghana ist ein sich entwickelndes Land, in dem es eine Menge kluger Menschen mit jeweils eigenen Identitaeten gibt. Diese Menschen haben die westliche Mentalitaet in sich und sind auf eine natuerliche Art und Weise individuell. Sie brauchen keine Statussymbole, um einander zu beweisen, wer sie sind. Hier zaehlen Charakter, Wissen und Stolz mehr als Outfit, Accessoires und andere Besitztuemer.
Weiterhin habe ich festgestellt, dass ich mit meinem Kunsttalent nicht einen Monat ueberleben wuerde, denn Kunst und Kultur spielen hier nur eine Rolle, wenn es um die Ghanesische Kultur geht. Quasi um die Gruppe, so wie es in der traditionellen Familie ebenfalls nicht um die Einzelperson geht. Ein Sack Reis ist hier wichtiger als Einzelpersonen und -Schicksale, denn dieser ernaehrt die ganze Gruppe.
In genau der Haelfte der Zeit habe ich gelernt, dass es beinahe unmoeglich ist, sich hier ernsthaft mit etwas zu beschaeftigen. Das gehoert einfach nicht zu der Kultur. Wie die Menschen es hier aushalten? Abwarten und Teetrinken...
Keiner ist hier wirklich ernsthaft mit etwas beschaeftigt, noch nicht einmal damit, ernsthaft zu sein im philosophischen Sinn meine ich. Seltsam und furchtbar, ganz furchtbar.
Samstag, 18. Juli 2009
Bike accident
Ackah Blay and his friend decided to take my bike from the radio station and bring me and it home by motorbike. What after a five minutes ride with us three on one bike and the bicycle at the left side happened is almost unbelievable:
Another (drunken) motorbike cycler and his girlfriend overhauled us and suddenly collidated with the bicycle, which was dragged and grinded over the ground for about 600 metres. I couldn't believe my eyes and tried not to panic, what has happened, has happened. The only thing I wondered about was WHY DOESN'T HE STOP???
It is a miracle: The bicycle still rides and has only got a broken lamp. You know now why they call me Sahabia?
Sonntag, 12. Juli 2009
Walli

I learned playing Walli, that's a pretty easy Dagbanli game which I think is comparable with Backgammon. You can play it easily everywhere you can find 48 stones, peanuts or whatever is available and handy to play with. Grab six holes on two sides each or use paper fields for it. Scatter four stones on each field. Begin with a random field, and redistribute the stones on the following fields contraclockwise. E.g. If you have begun in the last field on your side, you put each on the first four fields in your counter player's section of fields. If with your move either two or three stones in the other one's section are placed, you can collect them. Be smart and aware of the moves your opposite player does and think about your following step and have a lot of fun. It's training your brain a lot.
Freitag, 10. Juli 2009
Welcome to my first d.i.p. (i want to be back home!!!)
Donnerstag, 9. Juli 2009
Strange Taxiride
Samstag, 4. Juli 2009
My visit to the local prison of Tamale, Ghana
Tamales oldest imprisoner is 74 years old and already stays in prison since 29 years. He is begging the President to release him from his penalty.
“God willing we are happy now there is an amount of peace in our region. The way was long and also all is not over yet. At one day we can all look back. Do your best and I am prepared to support you,” the Ghanaian Northern Regional Minister, Mr. Stephen Sumani Nayina, called the Senior Police Officers in a speech meeting on Friday, 3rd July. The Department of Tamale was given a briefing in ways of managing to get a closer relation with the public using political correctness to better defeat the crime in town.
Sumani Nayina’s familiarization visit to the Police Headquarter in Tamale on 3rd of July was a great hope. The Northern Regional Minister’s first visit within several decades was the chance to the executive branch to report environmental lacks and request improvements directly to manufacture long-term changes.
The discussed issues also concerned the Tamale Local Prisons, in which under bad conditions more than 250 imprisoned people, 241 man and ten women, rest for the end of their prison sentence, 23 of them condemned to death. In barrack-rooms with up to ten double beds male prisoners are accommodated on narrowest place.
The sun is burning hot on the Tamale Local Prison’s inner court which is located next to the male barracks. Hundred of men have come together, as many as possible here are hiding under a flat roof- sitting, waiting for the company of Steven Sumani Nayina and his Deputy Bukari Moses Mabengba.
Accompanied by the Prison Wardeners and a couple of journalists he is crossing the court, visiting the rooms and barracks, having a look on the conditions.
On the ground of one of the material stock court a razor blade is lying. I am calling the attention of a wardener to it, hinting the consequence this could have. He seems to feel embarrassed for it, telling another of the prison’s personnel to remove it.
When I am crossing the court –alone- greeting the men”Desba- good morning” who are looking at me, because the group following the Minister went through another door, an imprisoned man is coming towards me. Gently he asks if I was not scared. To be honest I have not thought about fearing the people yet, they are quite friendly, so I say no.
Also the “kitchen” is located on this place. When I enter there to take a picture several men are cheering, the fact is that I must be the first civilest woman in a while they see, in addition I am white- skinned, but despite to that everyone is respectful though.
The cooking chamber, a hut with wood lying around and huge saucepans standing on fire, men around scrambling in them with huge wooden sticks, is dark, two wire netted windows on each side give a little bit of light.
“And how is the food?” I ask Joseph, who is arrested for 6 years by now because of an argument he had with his girlfriend back then. “You know, it’s not really good,” he answers. And “It’s kinda… bad” he adds sadly. “What miracle,” I think. From the report of the prison’s personnel towards Mr. Steven Sumani Nayina and his Deputy I have heard that the daily ration of one imprisoned person is set to the costs of 60 Pesewa per day, less than 30 Eurocent. My stomach aches, I have to protect myself from the sun and I feel I need water to beware of overheating. Not possible by now, but what makes the difference, makes it bearable for me, is that I know I can beg the personnel for letting me out again.
A female Prison wardener is following me into the cooking place. Excited she asks why I had not ask her, “Now all is over I think, now they forbid me to take pictures,”- ask her if she accompanies me,” those people are dangerous”, she advises me.
The Minister Mr. Stephen Sumani Nayina and his Deputy who just gave me his business card are coming to the place where the imprisoned are resting.